Beim Ausmalen gibt es zwei Wege. Farben können an einer harten Kante aufhören, wo die eine genau dort endet, wo die nächste beginnt. Oder sie gehen weich ineinander über, sodass das Orange eines Sonnenuntergangs in Rosa übergeht, ohne dass du je die Naht siehst. Genau dieses weiche Übergehen nennt man Verblenden, und es macht den Unterschied zwischen einem Himmel, der flach wirkt, und einem, der echt aussieht.
Das Beste daran: Dafür brauchst du kein besonderes Werkzeug und kein teures Set. Du brauchst leichten Druck, etwas Geduld und den Mut, eine Farbe ein Stück in die nächste laufen zu lassen.
Das brauchst du
Am besten gelingt das Verblenden mit Wachsmalstiften oder Buntstiften, weil du sie in weichen Schichten aufbauen kannst. Filzstifte sind schwieriger. Ein frischer Stift legt kräftige Farbe hin, die sich kaum verwischen lässt, und ein trockener zieht Streifen. Wenn du überlegst, was du deinem Kind gibst, zeigt unser Vergleich von Wachsmalstiften, Filzstiften und Buntstiften, wann welcher am besten passt.
Außerdem brauchst du zwei Farben, die zusammenpassen, und Papier mit ein bisschen Struktur, das die Farbe festhält und beim Glätten hilft.
In fünf Schritten verblenden
- 1Nimm zwei Farben, die Nachbarn sind. Farben, die nebeneinanderliegen, etwa Gelb und Orange oder Blau und Lila, gehen weich ineinander über. Farben von den gegenüberliegenden Seiten des Farbkreises werden dort matschig, wo sie sich treffen.
- 2Male die erste Farbe mit leichtem Druck. Halte den Stift etwas weiter hinten und drücke sanft. Dunkler geht später immer noch, aber wieder wegnehmen kannst du die Farbe nicht, also fang zart an.
- 3Bring die zweite Farbe dazu und lass sie überlappen. Male die zweite Farbe so, dass sie etwa fingerbreit in die erste hineinreicht. In diesem überlappenden Streifen in der Mitte entsteht der Übergang.
- 4Geh über den Übergang hin und her. Male mit leichten Strichen, alle in dieselbe Richtung, immer wieder über den mittleren Streifen. Jede weiche Schicht füllt ein wenig mehr, bis die zwei Farben nicht mehr wie zwei getrennte Farben aussehen.
- 5Drück ganz zum Schluss etwas fester. Wenn der Übergang fast stimmt, glättet ein festerer Strich die letzten Streifen und drückt die Farbe ins Papier. Fachleute nennen das Polieren, und es klappt am besten als letzter Schritt, denn nach starkem Druck nimmt das Papier kaum noch etwas an.

Häufige Fehler
Welche Farben schön ineinander übergehen
Die einfache Regel: Nachbarn ergeben etwas Schönes, Gegensätze ergeben Matsch. Warme Farben wie Rot, Orange und Gelb verschmelzen zu Sonnenuntergangstönen. Kühle Farben wie Blau, Grün und Lila gehen in Meeres- und Dämmerungstöne über. Zwei Farben aus derselben Familie zu nehmen ist der sicherste Weg zu einem Übergang, der dir gefällt.
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Übe an etwas Nachsichtigem
Übergänge lernst du leichter an großen, einfachen Formen als an winzigen mit vielen Details. Ein Regenbogen ist ein perfekter Anfang, denn er ist eigentlich nur ein Band aus benachbarten Farben, die ineinander übergehen. Unsere Regenbogen-Ausmalbilder geben dir breite, einfache Bögen mit viel Platz zum Üben.
Wenn deine Übergänge glatt aussehen, ist der nächste Schritt das Schattieren, bei dem eine einzige Farbe von hell nach dunkel Dinge rund wirken lässt. Unsere Anleitung zum Schattieren mit Buntstiften macht genau da weiter, wo diese aufhört.










