Stell dich neben eine ausgewachsene Sonnenblume im Juli. Sie schaut von weit oben auf dich herab. Der Stiel ist rau, die Blätter so groß wie deine Hand, und das Gesicht ist eine braune Scheibe mit gelbem Rand. Die meisten Kinder werden kurz still. Dann fragen sie, ob sie eine pflücken dürfen.
Eine Sonnenblume ist eine gute erste Blume zum Ausmalen. Der Grund ist einfach: Sie verrät dir die meisten ihrer Farben schon. Gelbe Blätter, eine braune Mitte, ein grüner Stiel. Ein Dreijähriger malt sie fertig und ist stolz. In dieser braunen Mitte steckt aber mehr, als sie zeigt. Ein älteres Kind, das genauer hinsieht, findet es.

Die Mitte rechnet
Sieh dir den Kern genau an. Die Samen liegen nicht zufällig. Sie sitzen in zwei Reihen geschwungener Linien, die aus der Mitte nach außen drehen und sich kreuzen. Eine Reihe windet sich nach links, die andere nach rechts. Zählst du die Spiralen in jede Richtung, landest du oft bei Zahlen wie 34 und 55. Das sind Nachbarn in der Fibonacci-Folge.
Dieser langsame, kreisende Sog ist genau das, was Menschen bei Mandalas festhält. Das Gesicht einer Sonnenblume ist ein Mandala, das der Garten selbst gewachsen ist.


















