Das Feld ist nass und kalt, und der Ballon liegt im Gras, als würde er schlafen. Ein Gebläse drückt Luft in die offene Öffnung. Die hohen bunten Bahnen der Hülle füllen sich, heben sich, atmen. So beginnt jede Fahrt, lange bevor jemand vom Boden abhebt.
Ein Heißluftballon ist eine der ruhigsten großen Maschinen, die ein Kind je trifft. Kein Motor, der davonrast, keine Räder, kein Tempo. Er steigt, weil warme Luft nach oben will, und er sinkt, sobald diese Luft abkühlt. Die ganze Fahrt ist mit Absicht langsam. Diese Bilder folgen einer einzigen Fahrt, von der ersten kalten Minute im Gras bis zum sanften Aufsetzen.
Am Boden, vor der Sonne
Ballone starten früh, meist kurz nach dem Morgengrauen, wenn der Wind sanft und die Luft noch kühl ist. Die Crew rollt die Hülle flach über das Feld aus. Ein großes Gebläse bläst zuerst kalte Luft hinein und gibt ihr Form, ein blasser Halbmond aus Stoff auf dem Gras. Dann haucht der Brenner eine lange Flamme in die Öffnung, die Luft darin wird warm, und der Ballon stellt sich von selbst auf. Aus einem Haufen Stoff wird in wenigen Minuten ein Turm, höher als ein Haus. Diesen Teil bekommen die meisten nie zu sehen.
Der Brenner faucht, und du steigst
Es gibt einen lauten Moment an einem sonst stillen Morgen, und das ist der Brenner. Der Pilot zieht einen Hebel, Gas strömt nach oben, eine Flamme von mehreren Metern Höhe gießt Hitze in die Hülle. Das Fauchen kommt plötzlich und warm in deinen Nacken. Dann werden die Seile locker, der Korb neigt sich, und der Boden fällt einfach weg. Kein Ruck, kein Countdown. Eben standest du noch auf einem Feld, im nächsten Augenblick liegt das Feld unter dir.
Es geht, weil warme Luft leichter ist als die kühle Luft ringsum. Erwärme die Luft in der Hülle, und der ganze Ballon wird leichter als der Himmel um ihn herum. So steigt er nach oben, wie eine Blase durch Wasser. Zum Sinken lässt der Pilot die Luft abkühlen oder öffnet oben ein Ventil. Es gibt kein Lenkrad. Ein Ballon zieht dorthin, wohin der Wind zieht, und der Pilot findet neue Richtungen nur, indem er in Winde steigt oder sinkt, die anders wehen.

Oben, wo es still wird
Bist du erst einmal oben, faucht der Brenner nur noch ab und zu, und zwischen den Stößen ist es wunderbar still. Kein Wind im Gesicht, denn du bewegst dich mit dem Wind, nicht gegen ihn. Unter dir wird die Welt zur Landkarte: Felder in Vierecke aus Grün und Gold genäht, ein Fluss, der sich hindurchschlängelt, Dächer so groß wie Briefmarken, ein Hund so groß wie ein Komma, der über einen Hof läuft. Leute schauen hoch und winken. Von dort oben siehst du die Wölbung eines ganzen Tals auf einmal, und nur die Wolken halten neben dir Schritt.
Jede Form, die du dir vorstellst
Nicht jeder Ballon hat die runde Tropfenform. Bei Festivals füllt sich der Himmel mit besonderen Formen: ein riesiger Elefant, ein fliegendes Häuschen, eine Eule mit gewaltigen Augen, und manchmal heben Dutzende Ballone bei den ersten Strahlen gemeinsam ab, was Piloten Massenstart nennen. Die Hülle ist im Grunde eine einzige große, leere Leinwand. Es gibt also keine falsche Art, sie auszumalen. Kräftige Streifen, dicke Punkte, ein Zickzack aus all deinen Farben, dein eigenes Gesicht, wenn du magst. Hier legt das Thema die ganze Entscheidung in deine Hand.
Wieder nach unten
Die Landung ist der sanfteste Teil, wenn sie gelingt. Der Pilot sucht ein offenes Feld, lässt die Luft abkühlen, und der Korb sinkt aufs Gras, bis er mit einem kleinen Stoß und einem Rutschen aufsetzt. Die Crew zieht die Hülle zur Seite, und der bunte Turm fällt wieder zu einem Haufen Stoff zusammen, bereit, eingerollt und heimgetragen zu werden. Die Fahrt ist vorbei, und irgendwie fühlte sie sich zugleich wie zehn Minuten und wie ein ganzer Morgen an.
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Druck dir deine eigene Fahrt
Bereit, die ganze Fahrt auszumalen? Hier ist der ganze Satz, vom Startfeld bis zur sanften Landung, mit den Festivalformen dazwischen. Druck dir die aus, die dir gefallen, greif zu beliebigen Farben, und denk daran: Bei einem Ballon gehört jede einzelne Bahn dir.










