Gib einem Kind ein Chamäleon zum Ausmalen, und etwas Schönes passiert. Es gibt kein Vorbild, an das man sich halten muss. Grün geht. Knallpink auch, Blitzblau, ein Körper, der vorne orange ist und hinten lila. Bei fast jedem anderen Tier wäre eine wilde Farbe ein Fehler. Beim Chamäleon liegt sie näher an der Wahrheit, denn ein echtes Chamäleon wechselt den ganzen Tag die Farbe. Und diese Farben sind nicht zufällig. Sie bedeuten etwas.
Das ist der Reiz dieser Seite. Du füllst nicht nur eine Form aus. Du wählst eine Stimmung.

Denselben Trick nutzen viele der kräftigsten Farben in der Natur. Auch das Rad eines Pfaus funktioniert so. Deshalb ist das Blau eines Pfaus gar kein blaues Pigment, sondern Licht, das sich an winzigen Strukturen bricht. Bevor du also zum Stift greifst, hier der Code, den ein echtes Chamäleon gerade fährt.
Ein ruhiges Chamäleon auf einem Ast, das seine Ruhe hat, ist meist irgendein Grün oder Braun. Ja, es geht damit im Laub unter, aber das Tarnen ist hier eher ein Nebeneffekt, kein Plan. Das ist einfach die Ruhefarbe, die es trägt, wenn nichts los ist. Soll dein Chamäleon entspannt wirken, greif zu moosigem Grün, blättrigem Gelb und etwas Braun am Bauch.
Kräftig und bunt heißt, das Chamäleon hat etwas zu sagen
Wenn ein Chamäleon die Farben hochdreht, pass auf. Plötzliches Gelb, heißes Orange, Flecken in Türkis und Rot heißen meist: aufgeregt, verteidigt seinen Ast, oder will Eindruck machen. Treffen sich zwei Männchen auf demselben Baum, drehen beide auf, so laut sie können, jedes sagt dem anderen, es soll verschwinden. Sieht dein Chamäleon also aus, als würde es angeben, dann klotz ran. Das ist die Seite für jeden knalligen Stift im Kasten.
Dunkle Farben erledigen eine stille Aufgabe
Nicht jede Farbe ist eine Botschaft an ein anderes Chamäleon. Manches dient dem Warmwerden. Ein Chamäleon ist wechselwarm, an einem kühlen Morgen wird es oft dunkler, an einer Seite fast schwarz, weil dunkle Farben mehr Sonne aufnehmen und schneller aufwärmen. In der Mittagshitze wird es wieder blass und wirft die Sonne zurück. Ein dunkles Chamäleon kann auch ein gestresstes oder mürrisches sein. Male diese Seite in tiefem Grün, Anthrazit und Braun, dann hast du ein Chamäleon, das sich im Morgenlicht aufwärmt.
Wofür die Farbe eigentlich nicht da ist
In den meisten Büchern steht, ein Chamäleon wechselt die Farbe, um sich zu verstecken. Das ist die berühmte Behauptung, und sie stimmt kaum.
Das ist erstaunlich befreiend, wenn man eins ausmalt. Du willst es nicht verschwinden lassen. Du zeigst allen, wie es sich gerade fühlt.
Von katzengroß bis kleiner als dein Daumennagel
Chamäleons sind nicht alle gleich groß, und das verändert, wie sich eine Seite anfühlt. Ein Pantherchamäleon oder ein Jemenchamäleon ist ein großes, kräftiges Tier, fast so groß wie eine kleine Katze, mit einem hohen helmartigen Kamm auf dem Kopf und viel Platz für Details. Am anderen Ende sitzen die winzigen Brookesia-Erdchamäleons aus Madagaskar auf einer Fingerspitze, manche kaum länger als ein Fingernagel. Ein großes ist eine langsame, feine Seite. Ein kleines ist eine schnelle, süße Skizze, die in einer Sitzung fertig wird.
Was möchtest du noch ausmalen?
Stichwort wählen oder eigenes tippen – öffnet in neuem Tab.
Druck ein paar und wähl deine Stimmung
Hier das ganze Set. Druck eine Handvoll, lass den Stiftkasten offen, und lass jedes Chamäleon etwas anderes sagen. Ruhiges Grün, feuriges Rot, oder eine Farbe, die noch kein Chamäleon je getragen hat. Bei diesem hier kannst du nichts falsch machen.


















