„Auf dem Bild sind vier Leute.“
„Und?“
„Wir sind drei. Und Oma am Dienstag. Und die Katze.“
Genau das ist das Problem mit Ausmalbildern von Familien, und zugleich das Schönste an ihnen. Die meisten gedruckten Familien bestehen aus Mama, Papa, einem Jungen und einem Mädchen, manchmal mit Hund. Viele echte Familien sehen anders aus: 2025 war knapp jede fünfte Familie mit Kindern unter 18 Jahren in Deutschland eine Alleinerziehenden-Familie, so das Statistische Bundesamt. Dazu kommen Großeltern im selben Haus, Halbgeschwister, ein Baby unterwegs und eine Katze mit eigener Meinung. Die Seite auf dem Tisch passt selten zu den Menschen, die drumherum sitzen.
Nimm das Ausmalbild also als Anfang. Hier ist ein kleines Projekt für einen ruhigen Abend am Küchentisch: fünf Schritte, ein Mäppchen, und am Ende ein Bild der Familie, so wie dein Kind sie sieht.
Schritt eins: alle zählen, die dazugehören
Frag dein Kind, wer bei euch wohnt, und dann, wer dazugehört, auch wenn er woanders schläft. Die Liste gehört deinem Kind. Eine Vierjährige nennt vielleicht zuerst den Goldfisch und vergisst den Onkel. Ein Siebenjähriger ergänzt die Oma, die jeden Dienstag kommt, und den Freund von nebenan. Schreib die Namen in seiner Reihenfolge auf, wenn es mag. Die Reihenfolge ist oft das Spannendste daran.
Dann schaut euch zusammen ein paar Seiten an und zählt laut, wie viele Menschen auf jeder sind.
Schritt zwei: die Seite wählen, auf der am wenigsten fehlt
Nimm die Seite, auf der am wenigsten dazugemalt werden muss. Eine vierköpfige Familie auf dem Sofa passt zu drei Leuten plus Oma: Ein Gesicht wird zur Oma, eins bekommt neue Haare, und fast alles ist erledigt. Ein voller Geburtstagstisch passt zu einer großen Familie mit Cousins und Cousinen. Dein Kind entscheidet, wer auf dem Bild wer zu Hause ist. Aus einem Papa darf auch eine Tante werden.
Schritt drei: dazumalen, wer fehlt
Diesen Schritt mögen Kinder am liebsten, und er klappt, wenn Platz da ist. Ein freies Sofakissen, das offene Ende einer Bank oder ein Stück Boden gibt der zusätzlichen Person einen Sitzplatz. Haustiere kommen auf den Teppich. Ein Baby, das noch unterwegs ist, wird ein kleines Bündel auf jemandes Arm, und wenn das gerade euer Zuhause ist, passen die Elefanten-Ausmalbilder für Kinder, die bald die Großen sind in genau diese Wochen. Wer in einem anderen Zuhause lebt, steht in der Tür oder winkt aus dem Fenster.
Lass die Zeichnung, wie sie ist. Wenn die neue Person größer ist als das Haus, fühlt sie sich für dein Kind vielleicht genau so groß an.

Schritt vier: jedem eine eigene Farbe geben
Vor dem ersten Strich sucht dein Kind für jede Person eine Farbe aus: Mamas Pulli, Opas Mütze, das Halsband vom Hund. So wird das Blatt zu einer kleinen Legende der Familie, und du hast hinterher eine einfache Frage: „Warum ist Opa lila?“ Die Antwort ist meistens besser als die Frage. Ältere Kinder wollen oft ein Bild mit mehr Details, damit sie echte Kleidung und echte Frisuren treffen.
Was möchtest du noch ausmalen?
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Schritt fünf: dort aufhängen, wo die Familie vorbeikommt
Ein Familienbild braucht Publikum. Kleb es in Augenhöhe deines Kindes an den Kühlschrank oder innen an die Wohnungstür, wo alle, die drauf sind, zweimal am Tag vorbeigehen. Schreib Datum und Alter deines Kindes auf die Rückseite. In einem Jahr wird dieselbe Seite anders aussehen, weil sich auch die Familie ein Stück verändert hat. Soll eine Kopie zu jemandem, der weiter weg wohnt, findest du bei den Ausmalbildern zum Großelterntag, gemacht zum Aufheben noch ein paar Ideen für Bilder, die per Post reisen.
Manche Abende wird die Liste aus Schritt eins länger sein als beim letzten Mal, und manche Abende wird die Katze größer gemalt als alle anderen. Beides ist in Ordnung. Das Bild hält fest, wen dein Kind an diesem Abend gezählt hat, und eine neue Kopie kostet ein Blatt Papier, sobald sich die Familie wieder verändert.









