Ein Backpinsel, eine Untertasse Sonnenblumenöl, eine Rolle Klebeband, etwas Küchenpapier und vier ausgedruckte Seiten. Mehr braucht es nicht für die Fensterbilder in diesem Text, und jedes davon fängt als ganz normales Ausmalbild an. Als Vorlagen für Fensterbilder im Herbst taugen gewöhnliche Ausdrucke: Der Trick kommt erst danach, wenn ein Erwachsener die Rückseite mit Öl bestreicht und das Papier so durchscheinend wird, dass Licht hindurchfällt (Crayola macht es genauso, mit Wattebausch und Pflanzenöl).
Halb vier, und die Scheibe ist leer
Die Sommerbilder sind letzte Woche abgekommen. Der Himmel über der Straße hat die Farbe von Spülwasser, und dein Kind, gerade vier, drückt die Nase an ein leeres Fenster. Genau hier beginnt der Nachmittag.
Nicht jedes Ausmalbild wirkt auf Glas. Mit Licht im Rücken zeigt eine Seite ihre Umrisse und ihre großen Farbflächen, alles Kleine verschwimmt zu Grau. Nimm also Seiten mit einem großen Motiv, dicken Linien und weiten Flächen: ein einzelnes Ahornblatt, eine runde Eule, einen Kürbis mit ein paar tiefen Rillen. Mandalas und fein gefiederte Eulen bleiben in der Schublade, für einen Regentag am Tisch.
Fester malen, als es sich richtig anfühlt
Jetzt arbeitet dein Kind, und die einzige Anweisung heißt „drücken“. Blasse Striche verschwinden, sobald Licht durchscheint. Die Buntstifte gehen also fest und gleichmäßig über das Blatt, ohne weiße Lücken zwischen den Strichen. Die Bastelkarte der Medienwerkstatt verlangt genau das: das Motiv „schön gleichmäßig und kräftig“ ausmalen. Filzstifte leuchten noch stärker, und manche Bastelanleitungen ziehen sie den Buntstiften vor (bastelfrau.de). Lass dein Kind wählen.
Für die Kleinsten reicht eine kleine Seite. Drei dicke Eicheln sind mit drei Jahren ein ganzer Nachmittag, und nur die Hütchen sind fummelig.

Wenn die Frage kommt, warum die Blätter überhaupt rot werden, erzählen die Herbstblätter mit der Farbe, die den ganzen Sommer versteckt war diese Geschichte, solange die Stifte noch auf dem Tisch liegen.
Das Öl macht ein Erwachsener
Dieser Schritt gehört dir. Leg Küchenpapier auf den Tisch, dreh das bemalte Blatt mit dem Bild nach unten, und dann:
- 1Tauch einen breiten Pinsel oder einen Wattebausch in etwas Sonnenblumenöl oder Babyöl.
- 2Streich die Rückseite dünn ein, von Rand zu Rand, bis die Farben von hinten durchscheinen.
- 3Leg das Blatt zwischen zwei Lagen Küchenpapier und drück das überschüssige Öl heraus.
- 4Lass es flach liegen, bis es sich nicht mehr fettig anfühlt.
Klebeband hält schlecht auf geöltem Papier, darauf weist auch die Medienwerkstatt hin. Lass deshalb oben einen schmalen Streifen trocken, oder häng das Bild an einem Faden auf.
Während es trocknet
Warten ist mit vier das Schwerste. Die ersten Blätter liegen auf dem Küchenpapier und dürfen nicht angefasst werden, also gibt es zwei neue: einen Igel aus wenigen großen Stacheln und eine runde Papierlaterne mit Stern und Mond, die auf der Scheibe fast wie angezündet aussieht.
Wenn dein Kind für die nächste Runde noch mehr Formen möchte, diese wirken gut am Fenster:
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Fünf Uhr, und das Fenster antwortet
Kleb die Bilder auf Augenhöhe deines Kindes an die Scheibe, dort, wo das Himmelslicht gerade hindurchfällt. Das Rot des Blattes wird tiefer, die Augen der Eule werden zu zwei blassen Monden, und der Kürbis sieht endlich aus, als brenne eine Lampe in ihm. Später, wenn in der Küche das Licht angeht und es draußen dunkel wird, dreht sich das Fenster um: Jetzt leuchten die Bilder nach draußen, für alle, die vorbeigehen.
Die Scheibe, die um halb vier leer war, trägt jetzt drei Bilder und ein sehr stolzes Kind, das dir genau sagen kann, wo es am festesten gedrückt hat. Und wenn vom Heimweg auch echte Blätter und Eicheln mitgekommen sind, gehören sie auf den Herbsttisch gleich neben dem Fenster.









